Ich sehe was, was Du nicht siehst! Über das Verhältnis von Rassismuskritik und Antisemitismuskritik. Teil II: Der jeweilige Blick auf Rassismus und Antisemitismus

In diesem zweiten Teil meiner Vortragsverschriftlichung geht es darum, was Antisemitismuskritik und Rassismuskritik jeweils unter Antisemitismus und Rassismus verstehen – und inwiefern man von beiden etwas über beides lernen sollte.

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Erläuterung zu meinem gestrigen Facebookposting

(Eigentlich setze ich keine Blogposts ab, um Facebookpostings zu erläutern und zu kontextualisieren. Eigentlich finde ich nicht, dass man auf rechte Shitstorms, in denen einem Tod und Vergewaltigung an den Hals gewünscht werden, mit Gegenargumenten reagieren sollte. Allerdings gab es in Bezug auf mein gestriges Posting auch mit Personen, deren Urteile ich sehr schätze, Diskussionsbedarf. Zudem erregten sich auffällig viele von denen, die sich da erregten, über Dinge, die ich gar nicht geschrieben habe. Daher möchte ich hier noch einmal erläutern, worum es mir ging.)

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Der schlechte Witz und seine Beziehung zum Antisemitismus

Die am häufigsten misslingenden Witze sind „ironische“ Späße über Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie usw., bei denen der Humor dadurch entstehen soll, dass sexistische, rassistische, antisemitische, homophobe usw. Klischees reproduziert werden, obwohl es ja „gar nicht so gemeint“ ist. Ein Mann, der seinen Kolleginnen mitteilt, sie seien vielleicht doch am Herd besser aufgehoben; eine Weiße, die einen schwarzen Kollegen mit dem N-Wort bezeichnet; eine Hete, die „igittigitt“ sagt, wenn ein schwules Paar sich küsst – oder eben ein nichtjüdischer Comedian, der das Desinfektionsmittel herausholt, nachdem er einem jüdischen Comedian „zu nahe“ kam. Lustig.

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Ich sehe was, was Du nicht siehst! Über das Verhältnis von Rassismuskritik und Antisemitismuskritik. Teil I: Die theoretischen und politischen Hintergründe

Am Donnerstag, dem 18. Oktober 2018 hielt ich beim Linken Bündnis gegen Antisemitismus in München einen Vortrag über das Verhältnis von Rassismuskritik und Antisemitismuskritik. Eine ausformulierter Version des weitgehend frei gehaltenen Vortrags dokumentiere ich in drei Teilen. In diesem ersten Teil geht es um die theoretischen und politischen Hintergründe, vor denen Rassismuskritik und Antisemitismuskritik formuliert werden; im folgenden zweiten Teil stelle ich die Begriffe von Rassismus und Antisemitismus dar, die mit diesen Perspektiven einhergehen; im abschließenden dritten Teil stelle ich dann die konfligierenden Positionen zum Thema Israel und Islam gegenüber.

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Eine strukturschwache These. Oder: Warum es sich manchmal lohnt, Deutschlandkarten zu zerschneiden

Immer wieder liest und hört man, die AfD sei gerade „in strukturschwachen und abgehängten Regionen“ insbesondere Ostdeutschlands stark – auch beim DVPW-Kongress in Frankfurt in der vergangenen Woche hörte ich die Formulierung mindestens zwei Mal. Bei genauerem Hinschauen erweist sich diese oft als selbstverständlich vorausgesetzte These als zweifelhaft: Betrachtet man Ost und West getrennt, ist die AfD gerade in relativ strukturstarken Regionen auffällig erfolgreich. „Eine strukturschwache These. Oder: Warum es sich manchmal lohnt, Deutschlandkarten zu zerschneiden“ weiterlesen

Populismus muss nicht antipluralistisch, Demokratie nicht liberal sein. Zwei Thesen von Jan-Werner Müller und die falschen Schlüsse, die aus ihnen gezogen werden

 

Ich habe keine Strichliste geführt, aber meiner gefühlten, durch meine Panelauswahl hoch selektiven Empirie zufolge ist Jan-Werner Müller der bislang (Stand: Mittwoch 11:19 Uhr) meistzitierte Theoretiker beim diesjährigen DVPW-Kongress Die Grenzen der Demokratie: Er wurde im gestrigen Panel Democratic Anxieties zitiert, er wurde in der Podiumsdiskussion während der Eröffnungsveranstaltung zitiert und er wurde in der heutigen Rede des Bundespräsidenten zitiert. Zitiert werden (nicht nur diese Woche in Frankfurt)) insbesondere zwei miteinander verknüpfte Thesen, aus denen immer wieder falsche Schlüsse gezogen werden. Ich rekonstruiere diese Thesen und die mit ihnen verbundenen Probleme hier nicht aus Müllers Buch Was ist Populismus?, sondern stelle sie bezogen auf die Art und Weise dar, auf die sie zitiert und benutzt werden.

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Mit Boykotteur_innen umgehen. Ein Leitfaden. Teil 3 von 3 einer Mini-Serie über die israelfeindliche BDS-Kampagne

Im abschließenden dritten Teil dieser Miniserie (Teil 1, Teil 2) diskutiere ich die Frage, wie man mit der BDS-Kampagne und ihren Unterstützer_innen umgehen sollte. Dabei plädiere ich für eine klare inhaltliche Positionierung gegen BDS und für eine Unterbindung von BDS-Propaganda, aber gegen die Idee eines umfassenden Gegenboykotts aller BDS-Unterstützer_innen.

(Link zu allen drei Teilen in einer PDF)

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Wann ist „Israelkritik“ antisemitisch? Teil 2 von 3 einer Mini-Serie über die israelfeindliche BDS-Kampagne

Im ersten Teil dieser Mini-Serie ging es um die grundlegende Ausrichtung der BDS-Kampagne, die nicht als „israelkritisch“, sondern als israelfeindlich zu charakterisieren ist. Bevor ich im dritten und letzten Teil darlege, wie ein angemessener Umgang mit der Kampagne auszusehen hätte, diskutiere ich in diesem zweiten Teil die unvermeidliche Frage, ob und in welchem Sinne die Kampagne und/oder ihre Unterstützer_innen auch als antisemitisch bezeichnet werden sollten – auch wenn ich diese Frage nicht für die wichtigste halte.[1] Dabei vertrete ich die These, dass die BDS-Kampagne als ganze antisemitisch ist, ihre Unterstützer_innen aber nicht pauschal als Antisemit_innen gelten können.

(Link zu allen drei Teilen in einer PDF)

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Mitmachen gegen Israel. Teil 1 von 3 einer Mini-Serie über die israelfeindliche BDS-Kampagne

Während sich die BDS-Kampagne im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten schon seit Jahren fest etabliert hat und beträchtliche Erfolge verbuchen konnte, ist sie in Deutschland erst seit 2017 in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Anlässe für die öffentliche Aufmerksamkeit in Deutschland waren Konflikte um Auftritte internationaler Künstler_innen, die BDS unterstützen: Auf die Absagen mehrerer mit BDS verbundener Künstler_innen beim Berliner Pop-Kultur Festival 2017 folgten Diskussionen um Kate Tempests abgesagten Auftritt in der Berliner Volksbühne und eine von den öffentlich-rechtlichen Sendern dann doch nicht unterstützte Deutschland-Tour von Roger Waters. Aktuell geht es um die nächste Auflage der Pop-Kultur Berlin sowie um die Ein-, Aus- und Wiedereinladung der BDS-nahen Band Young Fathers bei der Ruhrtriennale. Weil nicht damit zu rechnen ist, dass das Thema in absehbarer Zeit verschwindet, fasse ich in einer dreiteiligen Serie die Punkte zur BDS-Kampagne zusammen, die ich für die wichtigsten halte. In diesem ersten Teil geht es um die Frage, was BDS eigentlich ist: eine israelfeindliche Mitmachkampagne. Im folgenden zweiten Teil diskutiere ich, ob und inwiefern diese kampagne als antisemitisch eingestuft werden sollte. Im abschließenden dritten Teil widme ich mich der Frage nach einem angemessenen Umgang mit BDS.

(Link zu allen drei Teilen in einer PDF)

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Service-Post: Eine vollständige Auflistung der öffentlich nachvollziehbaren Aktivitäten von Kollegahs Anpacker-Stiftung

Im November 2016 veröffentlichte Kollegah bei Youtube eine „Dokumentation“, in der er über die karitativen Aktivitäten der von ihm ins Leben gerufenen Anpacker-Stiftung im Westjordanland berichtete. Die üblich-verdächtigen Hater unterstellten dem Rapper, er wolle damit nur Promotion für sein neues Album Imperator oder gar antisemitische Stimmung gegen Israel machen. Zu dieser bösartigen Kampagne passt, dass Kollegahs wohltätiges Engagement für Angehörige aller Weltreligionen in allen Weltregionen von den Medien seither völlig ignoriert wurde.

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