Ich sehe was, was Du nicht siehst! Über das Verhältnis von Rassismuskritik und Antisemitismuskritik. Teil I: Die theoretischen und politischen Hintergründe

Am Donnerstag, dem 18. Oktober 2018 hielt ich beim Linken Bündnis gegen Antisemitismus in München einen Vortrag über das Verhältnis von Rassismuskritik und Antisemitismuskritik. Eine ausformulierter Version des weitgehend frei gehaltenen Vortrags dokumentiere ich in drei Teilen. In diesem ersten Teil geht es um die theoretischen und politischen Hintergründe, vor denen Rassismuskritik und Antisemitismuskritik formuliert werden; im folgenden zweiten Teil stelle ich die Begriffe von Rassismus und Antisemitismus dar, die mit diesen Perspektiven einhergehen; im abschließenden dritten Teil stelle ich dann die konfligierenden Positionen zum Thema Israel und Islam gegenüber.

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Kritik zurückgezahlt in Raten #1 – Wahrheit, Vernunft, Ideologie und Kritik

Meine Thesen zu Islamdebatten zwischen antimuslimischem Rassismus und demokratischer Kritik sind in den letzten Jahren mehrfach kritisiert worden. In längeren Texten tat dies schon vor drei Jahren Jan Huiskens, zuletzt taten es auch Sama Maani [1 2 3 4] und Felix Perrefort; darüber hinaus wurde Kritik auch in kürzeren Passagen oder in sozialen Medien formuliert. Anstatt eine umfassende Antwort in einem langen Text zu formulieren, zahle ich die Kritik in Raten zurück: Ich nehme jeweils einen einzelnen Aspekt heraus und gehe darauf in einem Blogbeitrag ein, wobei ich die strittigen Aspekte meiner Position zu begründen versuche. In dieser ersten Ratenzahlung gehe ich auf das Verhältnis von Wahrheit, Vernunft, Ideologie und Kritik ein.

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Reminder: Man kann keinen progressiven Punkt machen, indem man Menschen als dumm vorführt. Eine Randbemerkung zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

*Enthält kleinste Spoiler, die für den Plot aber unerheblich sind*

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ist ein großartiger Film, der alle Auszeichnungen, die er hoffentlich erhalten wird, redlich verdient. Three Billboards ist im besten Sinne humanistisch: Ihm gelingt es nicht nur, mittelwestlich-kleinstädtische Lebenswelten, die dem größten Teil des Publikums sehr fremd sein dürften, mit viel Empathie als menschliche Lebenswelten darzustellen; er zeichnet nicht nur liebenswerte Charaktere, die ständig das Falsche tun oder – wenn Sie aus Versehen doch einmal das Richtige tun – grandios scheitern; er ist dabei auch sehr, sehr lustig.

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Misstraut Euch! Warum Sama Maani es der linken „Islamkritik“ zu einfach macht

Floris Biskamp

In einer Diskussion mit Sama Maani habe ich die These vertreten, dass er es seinen Leserinnen[1] allzu einfach macht, Legitimität für die eigene „Islamkritik“ zu beanspruchen. Der Grund dafür ist ein meines Erachtens verkürztes Verständnis von Rassismus, dem ich mein Verständnis von antimuslimischem Rassismus entgegenstelle. Untenstehend ist das überarbeitete Vortragsmanuskript dokumentiert.

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