Neuerscheinung: Sammelband „Aufbruch statt Abbruch“

Wenn ein Buch erscheint, zu dem man selbst beigetragen hat, ist das immer ein Anlass zur Freude. So war es auch, als ich heute Morgen erfuhr, dass der Sammelband Aufbruch statt Abbruch, für den ich einen Text mit dem Titel Die Überhitzung und Verzerrung der „Islamdebatten“ verfasst habe, nun erhältlich ist.

Mehr als nur getrübt wurde die Freude allerdings, als ich im Inhaltsverzeichnis auch den Name Ayyub Axel Köhler erblickte – ein Aktivist mit dessen Positionen und dessen Handeln ich wirklich in keiner Verbindung stehen will. In dem vorläufigen Exposé, auf dessen Grundlage ich meinen Beitrag zugesagt hatte, tauchte dieser Name noch nicht auf. Freilich haben Sammelbandherausgeber_innen keine Pflicht, alle Autor_innen über jede Veränderung auf dem Laufenden zu halten, aber unangenehm fühlt sich das trotzdem an.

Das einzig Positive daran: In einem meiner nächsten Blogbeiträge wollte ich die Frage von Diskurskontext und Ideologieproduktion ohnehin am Beispiel von Sammelbänden diskutieren, was ich nun umso anschaulicher tun kann.

Gayatri Spivaks überraschender Wille zur Wahrheit. Warum Rassismuskritik es sich mit Spivak-Zitaten nicht zu einfach machen sollte

Floris Biskamp

Eine Frage, die nicht nur in feministischen und rassismuskritischen Kontexten immer wieder zu Kontroversen führt, ist die nach dem Sprechen über die Geschlechterverhältnisse der (kulturell) Anderen. Insbesondere wird darüber gestritten, unter welchen Bedingungen man eine Darstellung islamischer Geschlechterverhältnisse als Kritik patriarchalischer Herrschaft willkommen heißen und unter welchen Bedingungen als Beitrag zur Stigmatisierung einer Minderheit zurückweisen soll. Weil Gayatri Spivaks Satz „White men saving brown women from brown men” dabei von rassismuskritischer Seite oftmals zitiert wird, um Diskurse als rassistisch auszuweisen, gehe ich diesem Satz in Spivaks Werk nach und rekonstruiere, nach welchen Kriterien sie selbst ihn verwendet. Dabei komme ich zu dem Schluss, dass sie für ihre Urteile eine weitaus aufwändigere Beweisführung leistet, als es in der Rassismuskritik oft üblich ist.

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